Schacht 6 -  bergmannsglück-datteln.de

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Schacht 6


Im Jahre 1955 erwarb die Emscher-Lippe Bergbau-AG aus dem Grubenfeld an der Haard das Emscher-Lippe-Nordfeld. Durch die Ausrichtung dieses Feldteiles wuchsen die Entfernung von den Wetterschächten bis zu den  Baufeldgrenzen auf 5 km an. Da die Wetterschächte1 und 4 in unmittelbarer Nähe der Wettereinziehendenschächte 2 und 3 liegen, müssen die Wetter über die unteren Sohlen bis zu 5 km in das Grubenfeld hinein und über die Wettersohle wieder 5 km zu den Ausziehschächten zurückgeführt werden. Diese rückläufige Wetterführung führte in Verbindung mit der großen Teufe zu Schwierigkeiten der Bewetterung der Abbaubetriebe und machte die Errichtung eines Wetterschachtes an der Grenze des Baufeldes erforderlich.



Die günstige Lage für den geplanten Wetterschacht bestimmte den Schachtansatzpunkt auf dem Weidegelände der Bauern Rüping und Luthe in der Datteln-Redde.


Zum 1.Spatenstich haben sich neben den Repräsentanten der Bergbaubehörde, des Amtes und der Stadt Datteln die ehemalige Grundstückseigentümer, Vertreter der Firma Schachtbau Thyssen sowie Vorstand, Betriebsrat und Mitarbeiter der Emscher-Lippe Bergbau AG.


Zur Untersuchung der quartären Schichten und der Grundwasserverhältnisse werden 4 Flachbohrungen (bis zum Mergel) mit der Schappe rings um die Schachtmitte durchgeführt.


Der für die Untersuchungsbohrung bis zum Steinkohlegebirge (698 m Teufe) vorgesehene Bohrwagen mit einem Gewicht von 27 t wird die Bohrung gefahren.
Die Bohrarbeiten werden von der Deutschen Schachtbau- und Tiefbohrgesellschaft Lingen ausgeführt.


Der Bohrturm hat in Arbeitsstellung eine Höhe von 31 m.


Bei der Untersuchungsbohrung wurde festgestellt, dass bis etwa 45 m Teufe mit starken Wasserzuflüssen aus dem Recklinghäuser Sandmergel zu rechnen ist. Es wurde ein Zufluß von etwa 7 m3/min errechnet. 14 Bohrlöcher von 50 m Tiefe werden rings um den Schacht niedergebracht, durch die Zementbrühe in die Klüfte des Gebirges gepresst wird.


Der Schachtkopf mit dem Ansatz des Wetterhalses wird mit Baggern ausgehoben und ausgemauert.


Die Firma Schachtbau Thyssen errichtet das Abteufgerüst. Im Vordergrund links ist das Fundament für die wesentliche Fördermaschine mit Seiltrommeln zu sehen. Auf dem 34 m hohen Gerüst wird gerade die bekränzte Seilscheibe montiert.


Gleichzeitig mit der Errichtung der Abteufanlage werden die 10 kV-Schaltstation und das Betriebsgebäude der Emscher-Lippe Bergbau-AG fertiggestellt.


Am 19 Juli 1961 wird der erste, mit Laub geschmückte Kübel gefördert. Gerade hat der Ortsälteste nach altem Brauch seinem Betriebsführer die Schuhe geputzt und den Schachthauerspruch aufgesagt.


Der Vorschacht (bis 60 m Teufe) wird "von Hand" abgeteuft. Der Einsatz von Ladegeräten lohnt nicht, da in regelmäßigen Abständen von der Sohle vorgebohrt und Zementtrübe in das Gebirge gepresst werden muss. Die Zementierpumpe und die Verpressrohre sind im Bild zu sehen.


Da mit späteren Abbaueinwirkungen auf dem Schacht zu rechnen ist, besteht die Gefahr, dass die mit Zementtrübe verfestigten Schichten aufreißen und die Schachtmauerung beschädigt wird. In einem solchen Fall wäre mit stärkeren Wassereinflüssen in den Schacht zu rechnen. Um dieser Gefahr zu begegnen, wird ein Innenzylinder aus Stahlbeton mit 50 cm Wandstärke von unten nach oben in Gleidschalung hochgeführt, wobei zwischen Innenzylinder und Schachtmauerung eine Fuge von 6 cm offen bleibt. Diese Fuge gibt dem Stahlbetonzylinder bei Abbaueinwirkungen einen Bewegungsspielraum.
Als Fundament für die Zylinder wird in 55 m Teufe ein 6 m hoher Betonfuß im Gebirge errichtet. Als Abschluß gegen die Fuge werden bitumengetränkte Hartfaserplatten mit aufgeklebten Porestamatten angebracht.


Die Eisenbewehrung des Betonzylinders ist eingebracht.


Nach Fertigstellung des Betonvorschachtes wírd mit Greifern zügig weitergeteuft. Die beste Abteufleistungbetrug 100,20 m im Monat.


Während der Teufarbeiten wird von der Richtstrecke aus ein Teil des Füllortes aufgefahren.


Der vom Schacht aus aufzufahrende Teil des Füllortes ist fertiggestellt. Eine Bergefeste und eine vorläufige Ziegelsteinmauer sollen einen Wetterkurzschluß vermeiden.


Nur noch einige Kübel sind zu fördern und die Endteufe ist erreicht.


Bandberg 4 - 6 Sohle


Auf Emscher-Lippe werden zur Zeit über 50% der Förderung im Unterwerksbau gewonnen. Die Schwierigkeiten und der hohe Schichtenaufwand bei der Förderung dieser Kohlen zwangen die Zeche daher, neue Wege zu suchen. Ein Bandberg, der die tiefste 6. Sohle mit der Fördersohle (4 Sohle) verbindet, scheint die beste Lösung zu sein. Seine Länge beträgt 921 m, er soll einen Höhenunterschied von 228 m überwinden.
Am 1.1.1963 wird mit den Arbeiten aud der 6. Sohle und am 10.4.1963 auf der 4. Sohle begonnen.


Nach einer Bauzeit von nur einem Jahr finden am 28.1.1964 Angehörige der Zeche Emscher-Lippe und Pressevertreter vor Ort ein, um den Ortsstoß vor dem Durchschlag zu besichtigen.


Wenige Minuten später ist der Durchschlag da. Das Hangende wird berissen und gesichert.


Die Ortsältesten reichen sich an der Durchschlagstelle die Hand und beglückwünschen sich.


Noch aber sind nicht alle Arbeiten beendet. Hier wird die Maschinenkammer am Kopf des Bandberges ausgeschossen und ausgemauert.
In wenigen Monaten wird hoffentlich die Anlage in Betrieb genommen werden können.