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Quelle: Dattelner Morgenpost


Quelle: Dattelner Morgenpost


Quelle: Dattelner Morgenpost


Quelle: Dattelner Morgenpost vom 09.02.2010.


Quelle: Dattelner Morgenpost 23.05.2010.


Quelle: Dattelner Morgenpost


Quelle: Dattelner Morgenpost vom 22.06.2010


Quelle: Dattelner Morgenpost


Quelle: Dattelner Morgenpost 28.06.2010.


Quelle: Dattelner Morgenpost 09.09.2010.


Quelle. Dattelner Morgenpost 10.07.2010



Quelle! WAZ Halter am See Ostvest


Quelle: Dattelner Morgenpost


Quelle! Dattelner Morgenpost


Quelle: Dattelner Morgenpost 07.02.2011

Kumpel räumen auf
Ex-Bergmänner haben endlich Licht im Schacht, beweisen Marketing-Talent und empfangen Gäste

Datteln. Das Jahr 2011 hat schlecht angefangen für die Bunker-Kumpel. 20 Zentimeter hoch stand nach der Schneeschmelze das Grundwasser in den Gängen." Wir haben geschippt, geschippt, geschippt" sagt Steiger Herbert Müller. Arbeit gibt´s reichlich im alten Luftschutzstollen unterm Kraterwäldchen, aber auch Fortschritte.


Seit ein paar Wochen hängt der Bunker am Stromnetz. Der Notstromgenerator der vor dem Eingang dröhnte und qualmte, damit die Kumpel unter Tage nicht im Dunkeln saßen, hat ausgedient. Strom brauchen Müller und seine Mannen nicht nur für die Lampen, die sie in den Gängen montiert haben, sondern auch für Pumpen, die das Grundwasser in Schach halten sollen. Die alten Drainagerohre aus Ton, die im matschigen Boden liegen, sind freigekratzt und repariert. Jetzt sickert aufsteigendes Grundwasser in einen Frisch betonierten Schacht uns wird aus diesem nach oben gepumpt. Noch ist die Luft feucht in den Gängen, aber Müller ist zuversichtlich: " Das Wasser heben wir jetzt im Griff."
   Seit einem Jahr sind die Bunker-Kumpel in den Gängen, in denen in Kriegstagen bei Bombenangriffen hunderte Dattelner Schutz suchten, mittlerweile zugange. Trotz nicht enden wollender Arbeit mache ihm das Projekt immer noch Spaß, versichert Müller. Die umstehenden Kumpel nicken zustimmend. 25 Mann stark ist die fleißige Truppe. Zweimal pro Woche trifft man sich nachmittags zur Maloche. Dienstags und Donnerstags. Auch ein paar Jugendliche packen seit ein paar Wochen mit an. Das findet Müller fantastisch. " Die tauchen hier auf und wollen helfen." Müller zeigt den sieben Schülern aus Datteln und Waltrop den Bunker und drückt ihnen Schaufeln in die Hand. Die Maloche ohne Lohn hat die Jungs nicht abgeschreckt, denn sie kommen immer wieder. " Das ist doch klasse", sagt Müller und klopft mit der Faust auf einen Stützbalken,"dass das alte Teil nach 70 Jahren nochmal Leute motivieren kann."
   Allein mit Motivation geht´s allerdings nicht weiter. Die Bunker-Kumpel brauchen auch Geld und Material. Aber sie haben Unterstützer gefunden: das Land, den Lions-Club, RWE, die Sparkasse Vest, die Volksbank... Neulich musste sich Müller wieder einen Radlader leihen. Als er den nach einer Woche zur Walroper Firma Schürck zurückbrachte und bezahlen wollte, klopfte ihm der Firmenchef auf die Schulter und sagte: "Lass gut sein."
   Jetzt träumt Projektleiter Müller von einem kleinen Trecker als Dauerleihgabe oder Geschenk. " Irgendein ausrangiertes Teil das wär´s. Nicht nur für uns, auch für die Jungs. Damit die hier nicht nur Steine schleppen, sondern auch was lernen können. " Demnächst will Müller mit seinen "heranwachsenden Helfern" ins Muttental fahren, " damit die noch mehr vom Bergbau mitbekommen." Authentische Einblicke ins Bergmanns-Handwerk gibt´s vor Ort. In der Decke des 62 Meter langen Hauptgangs klafft ein Riss. Der will bergmännisch gesichert sein. Dazu zimmern die Bunker-Kumpel Baumstämme zusammen- Viereckausbau nennen das die Experten. " So wie damals unter Tage", schwärmt Ex-Bergmann Helmut Neuhaus.
   Unter Zeitdruck setzen lassen sich die Bunker-Kumpel nicht. Und so bleibt die Frage, wann denn vorraussichtlich ihr Museum im alten Bunker aufmachen wird, unbeantwortet. " Dieses Jaht wird das nix",sagt Müller. Dabei ist der Stollen ja eigentlich längst schon zum Museum geworden, denn Besucher gehen ein und aus. Letzte Woche erst war eine THW-Jugendgruppe da. Die Geschichte des Bunkers intressiert viele in der Stadt. " Man wird immer wieder angesprochen", erzählt Jürgen Taplikowski. " Nicht nur von Leuten aus der Generation, die hier früher dringesessen hat. Das hat die geprägt. Wir können froh sein, dass wir den Krieg nicht miterleben mussten."
   Müller führt Besucher gerne durch die Gänge. " Manche wollen kurz gucken, andere bleiben eine Stunde und fragen einem Löcher in den Bauch." Müller findet das super.
   Stadtführer Karl Hölscher liegt den Bunker-Kumpeln schon lange in den Ohren, wann er den mit Gruppen kommen könne. Die Kumpel sind vorbereitet und haben Marketing-Talent bewiesen. Sie haben kleine Schnapsfläschchen bestellt und mit selbst gemachten Bunker-Etiketten beklebt: " Bunker Troll " für Männer und " Bunker Trulla " für Damen-einen Weizenschnaps sowie ein Rum-Sahne-Gemisch. " Dazu können man noch Schmalzstullen reichen" sinniert Müller.
   Was die Stimmung der fleißigen Truppe ein wenig getrübt hat, war der  Einbruch vor drei Wochen. Zum Glück ließen die Diebe lediglich ein paar Werkzeuge mitgehen, die auf der Treppe am Eingang standen. "Unten wurde nichts geklaut", sagt Bernd Duschinski. "Die sind wohl gestört worden oder hatten Schiss." Zur Abschreckung haben die Kumpel jetzt Kameras installiert.
   Nicht nur unter Tage, auch vor dem Haupteingang ist man gut vorran gekommen. Die Schuttberge vor dem Stahltor sind weggeschaufelt.
Eine alte Mauer wurde freigelegt. Dort wo sie eingestürzt ist, schwinkt Erwin Duschinski die Maurerkelle und baut sie wieder auf. Den fünf Meter langen Streb, den die Kumpel vor dem Eingang gesetzt haben, wollen sie demnächst verlängern. "Sauber heben wir den Bunker ja bald", sagt Müller." Jetzt fangen wir mit den Verschönerungsarbeiten an." Wenn das keine guten Aussichten sind.....   

Fast wie damals unter Tage: Jürgen Taplikowski(li) und Jochen Schwarm bei der Arbeit im Stollen-Hauptgang, den die Bunker-Kumpel bereits zur Hälfte fachmännisch mit Holzbalken abgestützt haben.


Quelle: Bild und Text Dattelner Morgenpost vom 11.04.2011


Auf der DGB-Maifeier in Waltrop wurden am 30.04.2011 langjährige Mitglieder des DGB Ortsverbandes geehrt. Hierzu hielt Andreas Gunderian, ganz links im Bild, die Ansprache und nahm sogleich die Ehrung der Anwesenden Jubilare vor. Unterstützt wurde er hierbei von der Bürgermeisterin von Waltrop, Anne Heck-Guthe, zweite von rechts.
  Geehrt wurden Manfred Vogt, Günther Weiss sowie Fritz Schönrade.(von links)
Um den festlichen Rahmen zu unterstreichen hat der Bergmannsverein Bergmannsglück e.V. Datteln 1957 mit Helmut Neuhaus, Jürgen Taplikowski, Herbert Müller und Jochen Schwarm eine Abortnung gestellt.
     

Quelle Zeitungshaus Bauer 02.05.2011.



Quelle: Dattelner Morgenpost vom 21.06.2011

Premiere für die CDU-Fraktion


Datteln. Es war garantiert die erste Sommer-Fraktionssitzung der CDU unter Tage. Die Union besuchte den alten Luftschutz-Stollen auf Emscher-Lippe 3/4, den die Mitglieder des Bergmannsvereins Bergmannsglück - rechts Vorsitzender Helmut Neuhaus - zum Museum umbauen (wir berichteten). Die CDU um Vorsitzenden Dr. Jürgen Wutschka war beeindruckt von diesem ehrenamtlichen Engagement. "Die Freude der Bergmänner war deutlich zu spüren. Die Leistung verdient Respekt", sagte Wutschka, spendete 100.- Euro fürs Projekt und empfiehlt auch anderen den besuch im Stollen.

Quelle: Dattelner Morgenpost vom 10.08.2011.

Bunker-Projekt beflügelt Bergmannsverein
Volles Haus beim Sommerfest unterm Grubenausbau von AV


Datteln. Dass sie noch einmal ein zünftiges, gut besuchtes Sommerfest auf die Beine stellen würden, das hätte beim Knappenverein Bergmannsglück vor zwei, drei Jahren niemand mehr gehofft. Da standen die Zeichen der Zeit auf Mitgliederschwund. Das ist jetzt anders. Dank Herbert Müller, seinen vielen Mitstreitern und ihrem einzigartigen Bunker-Projekt.
Von 14 auf 35 Mitglieder -inklusive Jugendgruppe- sind die Kumpel von Bergmannsglück durch neue Bunkerfreunde angewachsen, und zum Sommerfest kamen trotz dicker Regenwolken mehr als 50 Besucher. Der Ort des Geschehens: Der Bunkereingang neben dem Mühlenbach am Rande der Beisenkamp-Siedlung. Grillmeister Peter Jockheck verteilte hier vorm Grubenausbau, der vom Bergwerk Auguste Victoria stammt, Kotelett um Kotelett, der Vereinsvorsitzende Helmut Neuhaus betreut Delegationen benachbarter Bergmannsvereine und Herbert Müller - der ist wie immer "unter Tage" unterwegs. Auch während des Sommerfestes zeigt er jedem der´s noch nicht gesehen hat, die Stollen und Kammern des Weltkriegsbunkers, der bei Bombenangriffen rund 1000 Dattelnern Schutz bot. Mehrere tausend Arbeitsstunden haben Müller & Co bereits in die museale Wiederherrichtung des Ortes investiert, "an dem die Dattelner damals Blut und Wasser geschwitzt haben" , wie der Vize-Vorsitzende Jürgen Taplikowski erzählt. Wann das Bunkermuseum fertig ist? Da wartet noch viel Maloche unter Tage. Vielleicht zum nächsten Sommerfest, meint Helmut Neuhaus.

Quelle: Dattelner Morgenpost vom 31.08.2011

Ferienspaß im Bunker
Kumpel machen Bergbau- und Stadtgeschichte zum Erlebnis für Kinder


Ex-Bergmann Peter Jockheck und Noah grillen Würstchen vor dem Eingang zum Bunker, der mal ein Museum werden soll. Unter Tage zeigen Steiger Herbert Müller und sein junger Helfer Nicolai Schürmann (re.) Jonas, Dominik und Natja einen alten Holzschuh, den ein Kind vermulich vor 66 Jahren im Luftschutzstollen verloren hat.

Datteln. (bk) Vor dem Bunker-Eingang bruzzeln Würstchen über glühenden Kohlen. Unter Tage dampft der Atem in der kühl-feuchten Luft. Das künftige Museum hat jungen Besuch. Einen Schwung Kinder.
Der Verein Recht auf Zukunft hat im Rahmen des Ferien-Programms zur Schnitzeljagd zum Bunker eingeladen - und die wollten sich 24 Kinder im Alter von fünf bis 12 Jahren nicht entgehen lassen. Vor allem die Aussicht, den Bunker mal von innen zu sehen , reizte die Kinder. " Ich hab´ mir schon ganz oft den Eingang angeguckt ", verrät Dominik (11). Aber in die dunklen Betonröhren hinab zu steigen, das ist ein Abenteuer. " Cool " findet Jonas (11) und betrachtet die Stromkabel und Wasserrohre, die die Bergmänner vom Verein Bergmannsglück an den alten Wänden neu verlegt haben. Die Schnitzeljagd sei langweilig gewesen, meint Jonas. " Aber ich habe mich auf die Würstchen gefreut. " Frisch gestärkt dürfen die Kinder in Kleingruppen in die Tiefe. Steiger Herbert Müller, leiter des Bunker-Projektes, und seine Helfer zeigen den Kindern, was sie dort unten im Schlamm gefunden haben, führen ihre Besucher durch die Gänge und beantworten Fragen. Nicolei Schürmann (15) ist seit neulich frisch gewählter Sprecher der Bunker-Jugendgruppe. Er übernimmt die erste Führung. " Bis zu 800 Leute haben hier im Krieg Schutz gesucht ", erklärt er und erzählt, dass der Stollen im letzten Kriegsjahr nach einem Bombentreffer am Kanal voll Wasser gelaufen ist. Die Schrecken des Krieges sind den Kindern gottlob fremd. " Mein Opa hat mir davon erzählt ", sagt Dominik. Alte Fundstücke faszinieren die jungen Gäste: ein alter Holzschuh, der wohl mal einem Kind gehört haben muss, eine verrostete Axt ... Nicolei erklärt, dass der Riss in der Decke eines Ganges mit Holzbalken abgestützt wird, so wie Bergmänner das früher auch unter Tage gemacht haben. " Zur Sicherheit ". Nadja (8) ekelt´s, als sie an einem der beiden Bunker-Klos vorbeikommt. " Das war das frauen Klo ", sagt Nicolei Schürmann und leuchtet in das schlammige Kabuff. " Oh mein Gott ", stöhnt Nadja. Dort wo noch keine neuen Lampen installiert sind, herrscht Dunkelheit in den Gängen. Müller hat ein paar Kerzen aufgestellt. Dennoch wird`s zwei kleinen Mädchen zu gruselig. Schnell wieder raus nach oben. Lieber noch ein Würstchen essen. Spannender Ferienspaß.  

Quelle: Dattelner Morgenpost 02.09.2011

Test-Explosion im Bunkerstollen

Feuerwehr probt in finsteren Tunneln den Ernstfall


Mit Atemschutz und Wärmebildkameras drangen die Feuerwehrmänner in das Stollensystem vor.

Datteln. Rauchschwaden stiegen am Dienstagabend aus dem Bunkermuseum am Mühlenbach auf. Kurz darauf waren auch schon die Löschzüge 1 und 2 der Dattelner Feuerwehr zur Stelle.
"Plötzlich gab es einen Knall, da sind noch Jungs von mir drin," wies Bunker-Projektleiter Herbert Müller die Rettungskräfte bei der Übung ein. Diese drangen unter Atemschutz und mit Wärmebildkameras ausgestattet in das stockfinstere und verrauchte Stollensystem vor, um die Vermissten zu suchen und zu retten.
Nach Beendigung der Übung fiel das Urteil für die Rettungskräfte positiv aus. Die Trupps hatten ihre Aufgabe gut gemeistert. Und das, obwohl wegen der dicken Beton-Decken kein Funkkontakt möglich war, berichtet die Feuerwehr. Wenn sie dürfen, kommen sie gerne zu Übungen wieder, war die abschließende Meinung aller Feuerwehrleute. Herbert Müller und seine sichtlich beeindruckten Kollegen des Vereins Bergmannsglück meinten prompt: " Ihr dürft ! "

Quelle: Dattelner Morgenpost vom 10.09.2011 sowie Feuerwehr Datteln

70000.- € für 42 Vereine


Datteln: Vorgezogene Bescherung in der Friedenskirche.Fast 70000.- € spendete die Sparkasse Vest an 42 gemeinnützige Einrichtungen, Vereine und Verbände in Datteln.
Auch der Bergmannsverein Bergmannsglück e.V. Datteln 1957 freut sich über eine finanziele Zuwendung für sein Bunkerprojekt an der Heibeckstraße. Im feierlichen Rahmen wurden der durch die Sparkasse Vest erwirtschaftete Überschuß des letzten Geschäftsjahres an die Empfänger in der Friedenskirche übergeben.

Quelle. Dattelner Morgenpost vom 22.09.2011.

Schweres Geschenk

IMMEO spendiert den Bunker-Kumpeln eine Lore


Gruppenbild mit Lore (v.li.): Bernd Abel (IMMEO), Jürgen Taplikowski, Andreas Schneider, Helmut Neuhaus, Herbert Müller, Uwe Reinsch, Stefan Merten (Sparkasse Vest), Bürgermeister Wolfgang Werner und Walter Ziegler (IMMEO).

Datteln.(bk) Der Verkehr rauscht über den Südring, vorbei an einem festlich gekleideten Menschengrüppchen. Eine alte Kohle-Lore wechselt den Besitzer. Da ist sogar der Bürgermeister gekommen.
   Herunter gekommen ist das gute, alte Stück. Das muss auch Walter Ziegler, stellvertretende Vorsitzender der IMMEO-Geschäftsführung erkennen. Aber er weiß die Lore ab sofort in besten Händen. Bei den Bunker-Kumpeln, die den alten Luftschutzstollen zwischen Mühlenbach und Heibeckstraße zum Museum machen wollen. Am Eingang zum Wäldchen, gleich neben der neuen Mühlenbach-Brücke, die die tadtverwaltung einst voller Vorfreude als " Tor zur Wasserstadt " tituliert hatte, soll die Lore einen neuen Ehrenplatz bekommen. Von der Wasserstadt ist auch nach jahrelanger Planung so gut wie nichts zu sehen, aber das Bunkerprojekt macht Fortschritte. Die ersten Besuchergruppen waren schon da - und beeindruckt (wir berichteten). Ziegler hält eine kurze Rede. Die Lore sein ein Symbol des Bergbaus, der die Region groß gemacht hat, sagt er. "Etwas, das Erinnerungen weckt." Anfang der 90er Jahre, sei die Lore vor den ehemaligen Zechenhäusern Ecke Gertrudenstraße/Südring aufgestellt worden. Als Zeichen der Verbundenheit der Bewohner mit dem Bergbau. Und jahrelang hatten die Menschen aus dem Viertel auch um die Lore gekümmert, sie mit Blumen bepflanzt. Doch seid dort immer weniger Bergleute wohnen, fristet die Lore ein Schattendasein, sagt Ziegler. Daher hat sich Dattelns größter Vermieter gefragt: "Wo kann die Lore besser hinpassen?" Das als gelungenes Beispiel für ehrenamtlichen Einsatz hochgelobte Bunker-Projekt kommt der IMMEO wie gerufen. Ein Projekt, dass man gerne unterstützt, sagt Ziegler. Die Kumpel wollen die Lore auf Vordermann bringen.
   Projektleiter Herbert Müller freut sich über das Geschenk. Noch mehr freut er sich über die Hilfe der Sparkasse Vest, die in diesem Jahr 3500 € an den Bergmannsverein gespendet hat, damit der Umbau des Weltkriegsbunkers weiter gehen kann.
   "Ich denke, ihr macht da schon was Richtiges draus", sagt Bürgermeister Wolfgang Werner den fünf Männern in Festtags-Bergkittel. Und da man gerade beim Thema Kohle ist, wagt der verwaltungschef noch eine mutige Prognose: " Ich hoffe das die Schächte irgend wann wieder aufmachen." Heimische Kohle sei ein Energieträger, auf den Deutschland in Zukunft wieder setzen werde, meint Ex-Kumpel Werner. "Auch wenn wir das vielleicht nicht mehr erleben werden. Wahrscheinlich müssen wir uns dann von den Chinesen zeigen lassen, wie man Kohle abbaut." Da lächeln alle in der Runde. Nächste Woche soll die Lore auf ihre rund 600 Meter lande Reise zur Heibeckstraße gehen. Ein Trecker soll den Kraftakt leisten.

Quelle: Dattelner Morgenpost vom 22.10.2011

Mitglied sein im Bergmannsverein


Datteln.(jr) Mitglied sein im Bergmannsverein -nur was für alte Leute? Etliche Jugendliche sagen da energisch "nein". Der Bergmannsverein Bergmannsglück hat eine eine neue Jugendgruppe. Und die schlüpft fürs Foto-Shooting mal in den Bergkittel, die schmucke, tiefschwarze Montur der Vereinsmitglieder. Eigentlich sollten alle zwölf Mitglieder der Gruppe dabei sein . Aber da habe es wohl einen Dreher beim Datum gegeben, sagte Vereinschef Helmut Neuhaus. Aber mit dieser kleinen Panne kann der gut leben, er weiß, wie wichtig es ist, Nachwuchs im Verein zu haben. Der Traditionsclub hat aber den jungen Leuten dank des Bunkerprojektes auf Emscher-Lippe auch Spannendes zu bieten. Da will der Nachwuchs kräftig mit anpacken.

Quelle: Dattelner Morgenpost vom 29.10.2011

Originale für Dattelner Bergbaumuseum gesucht

Verein Bergmannsglück Datteln plant Museum an der Heibeckstraße


Reinhold Tomarzi brachte beim Dattelner Ehrenamtstag ein altes "Arschleder" für die Sammlung des Verein mit.

Datteln:Die Geschichte des Bergbaus und die der Bergmannsvereine ist nicht voneinander zu trennen. Wurden Zechen neu eröffnet, so folgten Bergmannsvereine, in denen sich die Kumpel organisierten. Dazu zählte auch der Verein Bergmannsglück e.V. Datteln1957.
   Die gefährliche Arbeit der Bergleute unter Tage führte zu einer engen Verbundenheit auch im privaten Bereich. Heute sind die meisten Zechen geschlossen, der Zusammenhalt der einstigen Bergleute ist jedoch geblieben und auch junge Menschen intressieren sich dafür," wie es damals war".
   Der Verein Bergmannsglück e.V. Datteln 1957 setzt sich auch nach 54 Jahren für den Erhalt des Brauchtums und die Errinnerung an die Zeiten des aktiven Bergbaus in Datteln ein. Heute zählt der Verein 34 Mitglieder unter Vorsitz von Helmut Neuhaus. Damals wie heute werden Zusammenkünfte organisiert und Veranstaltungen gemeinsam besucht.
   Zu früheren Zeiten unterstützten sich die Kumpel bei Krankheit aus Kameradschafts-Kassen. Auch die Versorgung der Hinterbliebenen bei Todesfällen wurden aus dieser Quelle bestritten. Ehrendienste bei Beerdigungen waren damals selbstverständlich und sind heute kaum noch zu finden.In der Vereinschronik heißt es,
   "Aus unserem Protokoll-Buch vom 16.01.1965 erfahren, was der Bergmannsverein Bergmannsglück e.V. Datteln 1957 unter Anwesenheit des damaligen Vorsitzenden festlegte. Beim Tode eines Mietglieds zahlt der Verein aus der Kameradschaftskasse eine Hilfe von 100.- DM bei einjähriger Mietgliedschaft, bei zweijähriger Mitgliedschaft sind es 125.- DM sowie 150.- DM bei dreijähriger Zugehörigkeit an die Hinterbliebenden.
   Beim Todesfalle eines Ehrenmitgliedes stellt der Verein Kranz, Fahne und Sargträger."  

Aber nicht nur beim Tod eines Kameraden waren die Bergleute tief miteinander verbunden. So steht im Protokoll-Buch 1965, dass spezielle Festausschüsse Weihnachtsfeiern samt Kinderbescherungen und Kaffeekränzchen für Frauen im Vereinslokal planten."Einen interessanten Eintrag finden wir am 1. August 1965", vermerkt Webmaster Jochen Schwarm. "So scheint es, dass den meisten Kumpeln das ewige Zuspätkommen von einigen Vereinsmitgliedern ordentlich auf die Nerven geht. Beschlossen wurde in diesem Zusammenhang eine Strafzahlung von 0,50 DM, Vorstandsmitglieder zahlen 1 DM."
   Heutzutage wirbt der Bergmannsverein Bergmannsglück Datteln für neue Mitglieder und sein aktuelles Bunkerprojekt an der Heibeckstraße. Hier ist geplant, in absehbarer Zeit ein Bergbaumuseum zu errichten. beim Dattelner Ehrenamtstag ließ das Glück nicht lange auf sich warten. Reinhold Tomarzi brachte nicht nur ein altes "Arschleder" für die Sammlung des Vereins mit. Der 65-jährige ehemalige Bergmann intressierte sich auch für eine Mitgliedschaft und möchte sich auch beim Bunkerprojekt engagieren.
   Im Januar 2010 wurde erstmals eine Stollenöffnung am Bunkereingang Mühlenbach vorgenommen. Damals stand noch nicht fest, ob hieraus mal ein Bergbaumuseum entstehen kann. Inzwischen beginnt sich der Begriff Bunker- und Berbaumuseum langsam mit Leben zu füllen. Zu den größten Ausstellungsstücken für das geplante Museum gehören schon jetzt ein Grubenfahrrad, eine Lore aus der Nachbarstadt Haltern und eine Zündmaschine.
    

   "Es werden jedoch für die Zukunft noch weitere Ausstellungsstücke, wie Werkzeuge, Kleidung oder Fotos, die das Leben der Bergleute und deren Familien zeigen gesucht. Alles, was mit dem Bergbau in Datteln zu tun hat, ist bei uns in guten Händen" , versprechen die Mitglieder des Vereine. Weitere Informationen bekommen Interessierte im Internet.

Quelle: Stadtspiegel Ostvest/Olfen vom 09.11.2011

Frau der ersten Stunde

Elfriede Pörschke ist das erste Ehrenmitglied des Vereins "Bergmannsglück"


Die Ehrenmitgliedschafts-Urkunde gab`s für "Bergmannsglück" - Gründungsmitglied Elfriede Pörschke (re.) - überreicht von Vize-Bürgermeisterin Brunhilde Magerstedt (li.) und Helmut Neuhaus.

Hagem.(jr) Ein Hauch von Feierlichkeit lag in der Luft im Saal der Gaststätte "Zur Postkutsche". Karl Hölscher mit der Gitarre und Dieter Krzysostaniak (Akkordeon) alias "Duo Flitsch und Quetsch" im westfälischen Bauern-Look stimmten das Steigerlied an.
   Der Vorsitzende des Bergmannsverein "Bergmannsglück", Helmut Neuhaus, führte Elfriede Pörschke in den Saal, wo die übrigen "Knappen" im Bergkittel ihre langjährige Schriftführerin stehend mit Beifall begrüßten. Aus den Händen des ersten Vorsitzenden und der Vize-Bürgermeisterin Brunhilde Magerstedt erhielt Elfriede Pörschke (76) anlässlich der letzten regulären Monatsversammlung des Vereins in diesem Jahr eine gerahmte Urkunde, die sie zum ersten Ehrenmitglied vom "Bermannsglück" macht. " In der Würdigung ihrer Verdienste um den Verein", wie die von Bürgermeister Wolfgang Werner mit unterzeichnete Urkunde aussagt.
   Seid der ersten Stunde des Vereins vor 23 Jahren hat die heute einzige Frau im schwarzen Bergkittel die Wahrung der bergmännischen Tradition bei Bergmannsglück mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit nach Kräften unterstützt. Vier Jahre lang gehörte sie als Schriftführerin dem Vorstand des Veieins an. "Das mit den Frauen, die den Bergkittel trugen", erinnert sich das mit heute 76 Jahren älteste Bergmannsglück-Mitglied, "war früher ganz anders. Vor Jahren haben da bis zu 20 Frauen den Bergkittel getragen nd aktiv am Vereinsleben teilgenommen. Ich bin die Letzte, die noch übrig ist von denen, die den Männern geholfen haben, die montane Brauchtumsförderung mit Leben zu erfüllen.
   Gern denkt sie zurück an viele Reisen zu Auftritten bei Knappen-Treffen in In- und Ausland: "Überall wo wir Frauen in unseren Traditionstrachten dabei waren, waren uns die bewundnden Blicke der Zuschauer und Kollegen sicher." Das hätte der aktuelle, ebenfalls bereits langjährige Bergmannsglück-Chef Helmut Neuhaus gern selbst miterlebt. "Aber da war ich noch nicht im Verein."
   Elfriede Pörschke hat noch viel Freude am Vereinsleben. "So lange ich kann, werde ich der Sache treu bleiben", sagte sie, und dafür gab`s wieder Beifall von den Kollegen und so manches flotte Ständchen von "Flitsch und Quetsch".

Quelle: Dattelner Morgenpost vom 09.11.2011

Verbände gedenken der heiligen Barbara


Zum gedenken an die heilige Barbara kamen Mitglieder der KAB Waltrop, des Bergmannsverein Datteln und des Knappenverein "Glück Auf" Dortmund Brechten zur Eucharistiefeier in der St. Marien Kirche in Waltrop zusammen. Da Manufactum am zweiten Advent geschlossen hat, sei das Beisammensein diesmal ins Pfarrheim verlegt worden, so Kurt Scholte von der KAB. Die Einnahmen der Barbarafeier kommen Pater James zugute.

Quelle: Waltroper Zeitung vom 06.11.2011. Foto/Scholaske

Barbaratag in der Friedenskirche


Zur Barbarafeier luden der Bergmannsverein Bergmannsglück, der IGBCE - Ortsverband, die Schiffergemeinde und der DGB-Ortsverband Datteln in die Friedenskirche ein. Nach dem von Horst Borrieß gestalteten Gottesdienst wurde zu einem Imbiss geladen.

Quelle: Dattelner Morgenpost vom 06.12.2011. Foto/Huxel

Wirtsleute feiern Ihren 50 Geburtstag


Von links:Helmut Neuhaus,Jürgen Taplikowski, Rafaela Wagner, Herbert Müller mit tragender Rolle sowie Rüdiger Wagner.

Datteln: Am 10.12.2011 feierten Rafaela und Rüdiger Wagner gemeinsam Ihren 50 Geburtstag. Seid Jahren führen sie die Traditions Gaststätte "Zur Postkutsche". Viele Vereine haben sich im Laufe der Jahre die Gasträume als Vereinslokel ausgesucht. Darunter auch der Bergmannsverein Bergmannsglück Datteln e.V. 1957 dessen Vorstand Helmut Neuhaus, Jürgen Taplikowski und Herbert Müller die Wirtsleute mit einem üppig gefüllten Geschenkkorb überraschten.

Quelle: Nachrichtendienst des BVBD Foto/ MT

Kumpel-Besuch im Lehrstollen

Bergmannsglück informiert sich im Bergbaumuseum Oer-Erkenschwick


Staunten nicht schlecht bei ihrem Museums-Rundgang: Die Kumpel aus Datteln, die in ihrer Stadt ebenfalls die Bergbaugeschichte aufleben lassen wollen.
-Foto:Paternoga

Ostvest. (mipa) Ein Stück Bergbaugeschichte aufleben zu lassen und der Bevölkerung zugänglich zu machen, das hat sich der Oer-Erkenschwicker Bergbau- und Geschichtsverein auf die Fahnen geschrieben. In Datteln verfolgt der Bergmannsverein Bergmannsglück das gleiche Ziel. Jetzt gab es ein Treffen im Bergbau-Museum der Stimbergstadt.

Der Ort ist nicht zufällig gewählt. Denn was vor zehn Jahren in Oer-Erkenschwick seinen Anfang nahm, soll schon bald in Datteln entstehen. Ein Bergbau-Museum. "Wir sind keine Konkurrenten, verfolgen das gleiche Ziel", betonte der Vereinsvorsitzende in Oer-Erkenschwick, Markus Pliska. Wobei ein großer Unterschied schon auffällt. Denn während am Stimberg extra 2002 ein Verein aus der Taufe gehoben wurde, wird das Vorhaben in Datteln durch eine Untergruppe innerhalb des Bergmannsvereins betreut. Als Museumsleiter fungiert Herbert Müller, der mit seinem Stellvertreter Jürgen Taplikowski uns einem Dutzend weiterer Kumpel in Oer-Erkenschwick "einfuhr". Wobei einfuhr nicht ganz korrekt ist. Denn der ehemalige Lehrstollen der Zeche Ewald-Fortsetzung befindet sich übertage. Die Mitstreiter um Herbert Müller müssen unter der Erde anpacken, um den ehemaligen Luftschutzstollen von Emscher-Lippe, der fast 40 Jahre verschlossen war, museumsreif zu machen. Allein deshalb wird es schwierig werden, dass Museum ähnlich wie am Stimberg auszustatten. "Die Personenlok würde ich schon mitnehmen, wenn wir genug Schienen hätten", gesteht Müller beim Blick auf das Relikt aus vergangenen Bergbautagen. Neidisch sind allerdings auch die Oer-Erkenschwicker. Und zwar auf die Jugendgruppe in Datteln. Von den aktuell 36 Mitgliedern sind allein zwölf Jugendliche aktiv. "So eine Jugendgruppe finde  ich wahnsinnig toll, das ist eine super Geschichte", betonte Pliska.
   Er ist fest davon überzeugt, dass nach 2018 beide Vereine einen regelrechten Boom erleben. "Dann gibt es kein Grubenfahren mehr. Die Menschen werden dem Bergbau dann hinterher trauern". Und vielleicht wird dann auch die Personenzuglok in Datteln stehen. Herbert Müller würde es als eine Art Gegengeschenk ansehen. Denn die Möbel der Bergbau-Wohnung, die im Museum im Stile der 1950er Jahre eingerichtet ist, stammen fats alle aus einer Haushaltsauflösung aus Datteln: "Da heben die Oer-Erkenschwicker in Datteln gewildert", fozzelt Müller.  

Quelle: Dattelner Morgenpost vom 06.02.2012.

Elektrisches Licht am Ende des Stollens

Bergmannsglück wählt Vorstand und berichtet von Bunkerprojekt


Chef Helmut Neuhaus (3.v.l.) hat sich zurück gezogen. Der neue Vorstand (v.l.) Dennis Theisen, Jochen Schwarm, Peter Jockheck, Uwe Reinsch, Herbert Müller, Jürgen Taplikowski, Andreas Schneider, Bernd Murza. -Foto:Rottmann

von Jürgen Rottmann
Datteln. Mit einem neuen Vorsitzenden und neuer Internet-Präsentation (www.bergmannsglück.de) macht sich der Verein Bergmannsglück 1957 auf in eine neue Ära der Pflege und Vermittlung der Knappen-Tradition.

Vorstands-Urgestein Helmut Neuhaus (71) zog sich in der Jahreshauptversammlung im Vereinslokal "Zur Postkutsche" nach 18 Jahren zurück. Vor nicht allzu langer Zeit fast auf dem Nullpunkt, ist der Verein aktuell bei 34 Aktiven, von denen zwölf Jugendliche sind. Nicht zuletzt ein Verdienst des rührigen Ex-Vorsitzenden, dem Dank und Anerkennung zuteil wurde. Sein Erbe im Amt des ersten Vorsitzenden tritt nach Votum der Versammlung der 53-jährige bisherige Schriftführer Peter Jockheck an. In seiner "Regierungszeit" fällt die bei weitem größte - im wahrsten Sinne des Wortes - Baustelle, die der Verein in seiner bisherigen Geschichte angegangen ist: Das Bunkerprojekt "Museumsstollen" am Mühlenbach. Aber wo könnte man Arbeit, Geschichte und Tradition des Bergbaus in der Region besser darstellen, als in einem "echten" Stollen? Der wiedergewählte Leiter des Museumsprojektes, Herbert Müller, bedauert: "Eigentlich wollten wir das Museum Ende Februar, am 40. Jahrestag der Schließung der Zeche Emscher-Lippe eröffnen, aber das klappt nicht. Zwar haben wir seit einiger Zeit elektrisches Licht - nicht nur am Ende des Tunnels - aber der Boden im Stollen muss noch neu betoniert werden." Zudem brauche man eine vernüftige Zuwegung. Museumsleiter Müller: "Damit wir draußen mit Fahrzeugen an den Eingang heranfahren können." Die "Knappen" freuen sich schon auf die Aufgabe als ehrenamtliche  "Museumsführer". Beim Ehrenamtstag auf dem Markt haben sie anhand von Fotos schon mal geübt. "Die Besucherzahlen steigen schon jetzt. Viele Menschen interessieren sich, auch aus den Nachbarstädten", sagt Herbert Müller.
   Wiedergewählt wurden auch Jürgen Taplikowski als zweiter Vorsitzender und stellvertretender Museums und Projektleiter und Dennis Theisen als Kassierer. Neu im Gremium ist Schriftführer Jochen Schwarm. Die Kasse prüfen werden dann zukünftig Andreas Schneider und Uwe Reinsch.

Quelle: Dattelner Morgenpost vom 13.02.2012.

Schwarze Herren im Museum

Landesvorstand der Knappen tagte in Datteln


Der Landesvorstand der Berg.- und Knappenvereine NRW und Gastgeberin Rosemarie Schloßer posieren vor dem Tagungsort fürs Erinnerungsfoto. -Foto: Rottmann

von Jürgen Rottmann

Datteln: Man sah schwarz am Samstagvormittag im Hermann-Grochtmann-Museum. 30 Knappen aus ganz NRW kamen zur Landesvorstandssitzung in die Kanalstadt.

Mit am Tisch im Hermann-Grochtmann-Museum, in dem noch bis zum 11. März die Schau "Grubenrettungswesen" zu besichtigen ist, saßen auch die Vorstandsmitglieder Peter Jockheck, Jürgen Taplikowski und Herbert Müller vom Verein "Bergmannsglück Datteln", die den interessierten Zuhörern vom aktuellen Stand ihres Projektes "Bunkermuseum" berichteten. Daran schloss sich die Jahresplanung des Landesverbandes der Berg- und Knappenvereine an. So steht am 12. Mai die Delegiertentagung in Ibbenbüren an. Zur Feier 140 Jahre Knappenverein Borussia Dortmund-Eving geht es am 9. Juni, zu 145 Jahre Glück Auf 1867 Dortmund-Dorstfeld am 8. September und noch einmal nach Dortmund zu 145 Jahre "Glück Auf" 1867 Dortmund am 27. Oktober. An zwei Bergmannsgottesdiensten in Lünen-Alstedde (20. Oktober) und im Bergbaumuseum Bochum(7. Dezember) nehmen die Knappen teil.
   Höhepunkt des Programms aber ist die 40. Landeskirchschicht in Recklinghausen am Samstag, 2. Juni. Von 11 bis 17 Uhr gibt es in der Recklinghäuser Innenstadt Platzkonzerte, Umzüge und eine Bergparade. Der "Day of Song" wird integriert. Um 15 Uhr feiern die Knappen und ihre Gäste einen ökumenischen Gottesdienst mit Chor und Kapelle in St. Peter. Grußworte sprechen Recklinghausens Bürgermeister und Schirmherr Wolfgang Pantförder sowie Landesvorsitzender Uwe Enstipp. Festredner ist der stellvertretende Vorsitzende der IGBCE, Ulrich Freese, zum Thema "Die Bedeutung der heimischen Kohle für die Wirtschaft und die Gesellschaft in unserem Land".
   Außerhalb der Landesgrenzen ist man bei Bundesvorstandssitzungen und Bundesdelegiertentagungen an Staßfurt / Sachsen-Anhalt (13.-14. April), beim hessischen Bergmannstag in Frielendorf ( 3. Juni) und bei der Landesbergparade in Plessa / Brandenburg-Berlin (22. September). Zudem macht sich ein Arbeitskreis angesichts des Endes des Kohlebergbaus in NRW und der demografischen Entwicklung Gedanken über die Zukunftschancen der Knappen- und Bergmannsvereine.
   Der Landesverband ist das Dach für 91 Vereine mit rund 10000 Mitgliedern, die sich die Wahrung und Pflege bergmännischen Brauchtums und der Tradition auf die Fahnen geschrieben haben.
    

Quelle: Bild und Text Dattelner Morgenpost vom 07.03.2012.

Forum Datteln


In der Gaststätte "Zur Postkutsche" sprachen die Kumpels die nächsten Termine ab.      -Foto: Paterngoa

Knappen tagen bald im Bunker

Datteln. (mipa) In regelmäßigen Abständen tagt die Ringgemeinschaft der Bergmannsvereine Münsterland. Diesmal fungierten die Knappen von Bergmannsglück Datteln als Gastgeber. Peter Jockheck informierte die Versammlung über das Bunker-Projekt. Bekanntlich haben es sich die Knappen zur Aufgabe gemacht, den ehemaligen Luftschutzstollen in der Nähe des Bergwerks Emscher-Lippe am Dortmund-Ems-Kanal zu erhalten. Noch wartet dort jede Menge Arbeit auf die fleißigen Kumpels."Ich wusste ja nicht, dass ihr schon so weit seit, dann können wir das nächste Mal dort tagen", betonte Heinz Degen, der Vorsitzende der Ringgemeinschaft. Außerdem warb er für den 6. Juni, wenn in Recklinghausen die 40. Landeskirchschicht stattfindet.

Quelle: Bild und Text Dattelner Morgenpost vom 21.03.2012.

1000.- Euro für die Kumpel


1000 Euro für die Kumpel: Eine Spende in Höhe 1000 Euro für das Bunker-Projekt übergaben der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Sparkasse Vest, Lothar Hegemann (Mitte), und Sparkassen-Marktbereichsleiter Stefan Merten (li.) an den Bergmannsverein "Bergmannsglück". Kassenprüfer Andreas Schneider (2. v. li.), der zweite Vorsitzende Jürgen Taplikowski (3.v.li) sowie Fahnenträger Uwe Reinsch, Vorsitzender Peter Jockheck und Bunker-Projektleiter Herbert-Müller (v.li), freuen sich über das Geld. Der Betrag stammt aus der Lotterie Glückssparen, deren Erlöse für karitative und kulturelle Zwecke eingesetzt werden.                    Foto: Kalthoff

Quelle: Bild und Text Dattelner Morgenpost vom 11.5.2012

Schöner wohnen unter Tage

Die Bunker-Kumpel planen schon, wie sie ihr Museum im Luftschutzstollen demnächst einrichten


Elektriker Bernd Duschinski (li.) sorgt für Licht im Schacht. Die originale Unter-Tage-Kugellampen spenden schummriges Licht im mit Holzbalken abgestützten Hauptgang. In der Bunker-Halle (rechtes Foto) bereiten Projektleiter Herbert Müller und Andreas Schneider (re.) alles für die letzten Meter neuen Betonboden.             - Text: Korte , Fotos: Kalthoff

Datteln:Auf dem Wasserstadt-Gelände versickern Steuermillionen im Teeröl verseuchten Boden. Der Wohntraum ist zum Luftschloss mutiert. Nebenan macht ein keines, aber feines Projekt- ohne Millionen-Budget - dagegen Fortschritte: das Bunker-Museum.

"Ich find`das Bergwerk einfach nur geil", sagt Max (10). Der Grundschüler ist vor kurzem aus Hamburg nach Datteln gezogen und bekommt beim Helfen im Bunker einen Schnellkurs in Pütt-Geschichte. Seid Frühjahr 2010 malochen ein Grüppchen Frührentner und Freiwillige im Luftschutzstollen am Rande des ehemaligen Zechengeländes Emscher-Lippe III/IV. Auch Kinder und Jugendliche zieht das Weltkriegs-Relikt an. Sie erleben hier kleine Abenteuer.

Frischer Beton und alte Lampen

Vor Monaten noch war der Bunker ein verschlammtes Loch. Jetzt sind die Gänge fast schon besebrein. "Die Zeit der Gummistiefel ist vorbei", sagt Projektleiter Herbert Müller. Der Steiger und seine Männer denken schon an den Innenausbau. Aus Bergbausammlungen haben sie erste Ausstellungsstücke abgestaubt: Kugellampen, eine Lore, solide Unter-Tage-Telefone, ein Fahrrad auf Schienen, schwere Abbau-Hämmer, ein kompaktes Walzenschrämlader-Modell zum Kohlenabbau...                                                Ein Ende der Knochenmaloche ist in Sicht. Letztes Frühjahr stand der Bunker kniehoch unter Wasser. Pumpenschächte und neue Drainagerohre haben das Problem gelöst. In der 66 Meter langen Halle, in der während des Krieges bei Bombenangriffen bis zu 1000 Dattelner um ihr Leben bangten, gießen die Kumpel einen neuen Betonboden. Die Gänge bleiben wie sie sind. Ein Riss in der Decke des Hauptgangs wurde mit Baumstämmen abgestützt - so wie im Bergbau. Wenn Elektriker Bernd Duschinski die nagelneuen Leuchtstofflampen ausknipst und nur die authentischen Kugellampen ihr schummriges Licht verbreiten, fühlt man sich wie im Schacht. "Nostalgiebeleuchtung" nennt Duschinski das. Von der Decke tropft Kondenswasser. Zwölf Grad kühl ist es im Gang. Da dampft der Atem. " Hier kann man schön Bier kalt stellen", sagt Peter Jockheck, neuer Vorsitzender des Bergmannsverein Bergmannsglück.
   Ein Museum für Bergbaugeschichte und mahnende Erinnerungen an den Krieg soll der alte Bunker werden. Ein paar hundert Besucher waren schon da - Gruppen aus der Stadt, Nachbarn, der Kinder - Ferienspaß... Die Feuerwehr hat in den Gängen Menschenrettung trainiert. Bei älteren Dattelnern haben Morgen-Post-Berichte und Besuche der Baustelle Erinnerungen geweckt. Tränen sind geflossen, als die Schrecken des Krieges in der Erinnerung wieder lebendig wurden.

Letzte Hürde Ölmühlenbach

Die Bunker-Kumpel machen die Maloche ehrenamtlich, weil es ihnen Spaß macht. Alle Helfer bleiben am Ball. "Eintagsfliegen hatten wir hier kaum", sagt Steiger Müller. Sponsoren wie die Sparkasse undRWE helfen finanziell.
   Die letzte große Hürde ist der Ölmühlenbach, denn über den muss man auf einer Behelfsbrücke zum Bunker kraxeln. Die Hoffnung, im Zuge von Bauarbeiten an der Wasserstadt Hilfe zu bekommen, hat sich erstmal zerschlagen. Seit einem jahr hofft Müller auf die Genehmigung, in Eigenregie eine ordentliche Brücke bauen zu dürfen. Bislang beißt er bei den Behörden auf Granit. Ein paar schützenswerte Frösche sollen das Problem sein...

Quelle: Bilder und Text Dattelner Morgenpost vom 17.05.2012

Eine alte Grubenlampe


Eine alte Grubenlampe aus der Eifel überreichte Jürgen Böhm, Vorsitzender der IGBCE-Ortsgruppe 1, und Gökhan Tonguc, Vorsitzender der Dattelner DGB-Ortsgruppe, dem Bergmannsverein Bergmannsglück. Die Gewerkschafter hatten ihre letzte Vorstandssitzung vor den anstehenden Wahlen in dem ehemaligen Bunker abgehalten und bedankten sich mit einem Ausstellungsstück für das geplante Museum. Die Knappen weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich am Freitag um 19.30 Uhr zu ihrer Monatsversammlung in der Gaststätte " Zur Postkutsche " treffen. Die vorbereitungen für den "Day of Song" am 2. Juni, an dem die Bergmänner unter anderem beim Benefizspiel im Eintrachtstadion singen, stehen auf dem Programm.  

Quelle: Dattelner Morgenpost vom 31.05.2012

Botschafter im Bergkittel


Die Mitglieder des Bergmannsverein Bergmannsglück sind nicht nur in Datteln - zum Beispiel mit ihrem Stollenprojekt auf Emscher-Lippe - aktiv. Sie machen auch außerhalb der Kanalstadt Werbung für Datteln. So waren sie dieser Tage bereits zum zweiten Mal zu Gast beim Bergmannsverein im thüringischen Unterbreizbach. Dort stand unter anderem ein Besuch auf 850 Metern Tiefe im Besucherstollen des Kali- und Salzbergwerkes auf dem Programm. International wurde es ein paar Tage später beim großen Knappen-Treffen in Brunssum in Holland. Hunderte Vertreter von Bergmannsvereinen aus mehreren Ländern nahmen an der Parade teil. Das Foto zeigt die Dattelner Peter Jockheck (li.), Jürgen Taplikowski (2.v.re.) und Helmut Neuhaus (re.) mit dem 2. Bürgermeister von Brunssum, Erwin Vogelzang, und einer Bürgermeisterin aus Belgien, Maria di Donato, am Rande des Knappentreffens in Holland.

Quelle: Dattelner Morgenpost vom 13.08.2012 (Foto: Privat)

"Eng wie bei uns an Bord"

Marinesoldaten besuchen das Bunkermuseum


Reinhold Kranz (li.) hat mit dem Bunkerteam eine Führung für die Soldaten der FlaRak 4/21 und das Team des Patenschiffs "Datteln" organisiert.  -Foto: Rottmann

Datteln: Die einen waren mal in Datteln in der Haard-Kaserne stationiert, die anderen sind zwölf Mann an Bord des Minensuchers "Datteln".
Auch wenn die Soldaten-Generation der "FlaRak 4/21", die heute in Sarnitz in Mecklenburg-Vorpommern stationiert ist, und die Besatzung der Datteln schon oft beim Kanalfestival waren, gab´s diesmal eine Premiere: Die Gäste aus dem Norden erhielten einen intensiven Einblick in die "Unterwelt" der Stadt.
Der Vorsitzende der Marinekameradschaft und "Herbergsvater" der Soldaten auf dem Heimboot "Krebs", Reinhold Kranz, hatte mit dem Bergmannsverein "Bergmannsglück" eine Besichtigung des historischen Bunkers am Mühlenbach organisiert.
Bunkerchef Herbert Müller, Jürgen Taplikowski und Peter Jockheck führten die Gäste durch die Gänge, in denen zu Kriegszeiten bei Bombenangriffen bis zu 800 Menschen Unterschlupf fanden. Tonnenweise Erdreich und Schlamm haben die Ex-Bergleute in harter ehrenamtlicher Arbeit aus dem Stollen geholt, Versorgungsleitungen für Wasser und Strom verlegt, alles beleuchtet, Wegweiser angebracht und Ideen gesammelt für die Nutzung des etwa um 1943 entstandenen Schutzbunkers.
Käpitänleutnant Sebastian Tesch, Oberleutnant Oliver Bachmann und ihre jungen Truppen fanden´s interessant. Keiner hatte zuvor einen echten unterirdischen Weltkriegsbunker gesehen. Oberleutnant Bachmann:" Was die Männer ehrenamtlich leisten, ist total beeindruckend."
Die "Mariner" fühlten Gemeinsames mit dem Leben auf der "Datteln". KaLeu Tesch: "Eng wie bei uns an Bord." Wohlbefinden bei allen schuf in der Mittagshitze die kühle Temperatur im Stollen. Herbert Müller: " Plus zwölf Grad. Sommer wie Winter."

Quelle: Dattelner Morgenpost vom 22.08.2012.

Besuch unter Tage

Am Tag des offenen Denkmals gibt es Führungen durch den Bunkerstollen

Datteln. (bk) Kommenden Sonntag, 9. September, ist Tag des offenen Denkmals. Auch in Datteln wird die Tür eines geschichtsträchtigen Ortes geöffnet: die Stahltür des Bunkerstollens am Mühlenbach Nähe Heibechstraße.

Der Heimatverein und das Heimatmuseum laden ein, die unterirdischen Gänge gemeinsam mit Mitgliedern des Bergmannsverein Bergmannsglück zu erkunden und über Dattelns Bergbaugeschichte sowie die Historie des Bunkers ins Gespräch zu kommen.
   Interessierte treffen sich am Sonntag um 15 Uhr an der Mühlenbchbrücke Heibeckstraße (Zufahrt zum Centr-o-med). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos. Von dort geht es über Stufen und einer Behelfsbrücke über den Ölmühlenbach wenige Meter zum Bunker im Zechenwäldchen auf dem Gelände von Emscher-Lippe 3/4. Geplant sind Führungen in Kleingruppen.
   Für 2013 plant die Stadtverwaltung eine Veranstaltung am Rathaus zum Tage des offenen Denkmals.
   Schließlich wird der Verwaltungssitz nächstes Jahr 100 Jahre alt. Das damalige Amtshaus war am 18.10.1913 eingeweiht worden.
   Der Bunkerstollen war im Januar 2010 aus seinem Dornröschenschlaf geweckt worden. Ex-Bergleute hatten die jahrzentelang zugemauerten Eingänge mit behördlicher Genehmigung aufgemeißelt. Seitdem arbeitet der Bergmannsverein daran, den Bunker zum Museum herzurichten, das an den Weltkrieg und der Bergbaugeschichte der Stadt erinnert.  Mit ehrenamtlicher Knochenarbeit wurde viel erreicht: Die Gänge sind abgestützt, der Boden ist zum Teil neu zementiert worden. Eine Drainage- und Pumpensystem hält den Bunker trocken. Nur die Luftfeuchtigkeit bleibt ein Problem. Auch eine neue Beleuchtung gibt es.
   Die ersten Ausstellungsstücke haben die Bergleute beisammen, würden sich über weitere Sammlerstücke freuen - und über Spenden.


Die Kumpel des Bergmannsverein Bergmannsglück emfangen Sonntag Gäste in ihrem Bunkerstollen. Eine spannende Geschichte - nicht nur für Weltkriegs-Zeitzeugen und Ex-Bergleute. Unser Archiv-Foto zeigt den Eingang vor der umfangreichen Renovierung.
-Foto:Andreas Kalthoff

Quelle. Dattelner Morgenpost vom 06.09.2012

Faszination Bunker

Mehr als 400 Gäste kommen zum "Tag des offenen Denkmals" und steigen in den Stollen hinab

Datteln. (imo) Damit haben die Organisatoren vom Bunker-Team nicht gerechnet. Am Sonntag - zum "Tag des offenen Denkmals" - öffnen sie ihren Stollen für die Öffentlichkeit, und mehr als 400 Gäste kommen.

Die ersten sind schon eine Stunde vor dem offiziellen Beginn vor Ort. Die erste Führung findet eine halbe Stunde früher als geplant statt.In kleinen Gruppen zu je 10 Besuchern führen die Mitglieder vom Bergmannsverein Bergmannsglück Jung und Alt durch schmale unterirdische Gänge in den Raum, in dem während der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg bis zu 1000 Menschen Schutz gesucht haben.
   Eng`s ist und kalt. Ida Beckmann (15) friert ein bisschen in ihrem Sommertop - kein Wunder, dort unten sind`s nur zwölf Grad. Trotzdem ist die Schülerin begeistert, hört genau zu, was Bunker-Führer Jochen Schwarm erzählt. Ihre Oma hat viel vom Krieg erzählt, wie sie gebetet hat, als die Bomben fielen. " Wir sind neugierig, wie`s dort unten aussieht", sagt Idas Mutter Susanne. Auch Oma Josefine Beckmann (74) geht mit. "Das es so einen großen Bunker in Datteln gibt, wusste ich nicht", sagt sie. Ihr Schutzraum war in der Meckinghover Schule.
   Dicht an dicht haben die Menschen früher im Bunker gesessen. Jochen Schwarm zeigt auf die schmalen Bänke und das dicke Belüftungsrohr, das direkt darüber führt. Die Besucher lauschen fasziniert. Nach der Besichtigung können sich die Gäste bei Würstchen und Getränken stärken. Solange der Vorrat reicht, denn so einen Andrang hat niemand erwartet.


Jochen Schwarm (li.) erklärt u.a. Susanne (2.v.li.) und Ida (4.v.li.) Beckmann, wie´s damals war.  -Foto: WOLFF

Quelle: Dattelner Morgenpost vom 10.09.2012

Geschichte bewahren

Am "Tag des offenen Denkmals" war der Bunkerstollen der Zeche Emscher-Lippe 3/4 erstmals öffentlich zugänglich - und das Interesse war riesig


Da wird Geschichte (be)greifbar: Herbert Müller (r.) erzählt etwas vom Kohlenhammer.   Foto:Joachim Kleine-Büning

Datteln. Normalerweise, sagt Herbert Müller vom Bergmannsverein Bergmannsglück, zieht´s ihn und die übrigen Klubmitglieder bei "Schlechtwetter nach unten". An sonnigen Sonntag aber macht der 55-Jährige gern eine Ausnahme. Zum "Tag des offenen Denkmals" nämlich bietet der Bergmannsverein in Kooperation mit dem Heimatverein die erste öffentliche Besichtigung des jahrzehntelang unzugänglichen Bunkerstollen der ehemaligen Zeche Emscher-Lippe 3/4 an. Und die Dattelner strömen in Scharen.
   "Sehen Sie", sagt Herbert Müller, da führt er eine zehn-, vielleicht 15- köpfige Gruppe durch den engen Stollengang, "das hier sind die zwei letzten erhaltenen Originalbänke, die wir retten konnten vor dem Verfall". Auf den Holzbrettern, erzählt Müller, hätten die Menschen im zweiten Weltkrieg während der Luftangriffe gesessen und darauf gewartet, dass sie wieder in freie können. 800 bis 1000 fanden in den Bunkerstollen insgesmt Platz. Ursprünglich gebaut worden war dieser ( "vermutlich 1943" ) für die Beschäftigten der Zeche Emscher- Lippe 3/4. Doch alsbald flüchteten sich auch nahe der Heibechstraße wohnende Dattelner in den Bunkerstollen.
   Einmal war auch Helene Gerigk im Bunker, an einem Tag "Anfang März 1945", erinnert sich die heute 85-jährige zurück an das Bauwerk, das damals ihe Leben rettet. "Die Nachbarn, die in den Bunker schräg  vor unserem Haus auf der Arnoldstraße geflüchtet sind, sind damals umgekommen."
   Nicht ohne gewisse Angst vor der Begegnung mit der Vergangenheit hat die Dattelnerin an diesem Sonntag daher zum zweiten Mal in ihrem Leben den Bunkerstollen aufgesucht. Andere sind einfach nur neugierig, welche Geschichten das Bauwerk in sich birgt, dessen zwei Eingänge bis 2010 unter einer überwucherten Erdschicht verborgen waren. Einige Männer vom Bergmannsverein legten diese damals frei und richteten den Bunker seitdem in intensiver Arbeit freiwillig wieder her. Mit dem Ziel, in dem Bau an die Bergbautradition der Stadt Datteln zu erinnern; und an die Ereignisse des Zweiten Weltkrieg. Ein Projekt, das Herbert Müller seit nunmehr sechs Jahren vorantreibt.

Kiefernholzbretter als Deckenstütze

Noch indes ist die Sanierung des Bunkerstollens nicht vollendet. Auch wenn Müller sagt, dass sie in den letzten zwei Jahren schon 30 Tonnen an Gestein, Schlamm, etc. aus dem Bunker herausgeholt und fast 10000 Kilo an Material wider in diesen hineingebracht haben - mit Schubkarren! Auch die alte Drainage haben sie teilweise saniert, teilweise erneuert, die Decke an verschiedenen Stellen abgestützt, mit Brettern aus Kieferholz (weil Kiefernholz sich "meldet", also knarrt, wenn der Berg drückt). Und auch den Fußboden haben sie mit Betonplatten wieder gangbar gemacht, weil sich der ursprüngliche (unumkehrbar) Richtung Decke gebogen hatte über die Jahre....
   Es sind diese vielen kleinen Geschichten, die die Besichtigung des Bunkerstollens hier und heute so lebendig machen. Und es sind Typen wie Herbert Müller und seine Anekdoten. " Sehen Sie mal hier", sagt der Ex-Bergmann mit Blick auf einen Kohlenhammer, etwa sieben Kilo schwer, "damit wurde einst Kohle gemacht." Den ganzen Tag,  die Bergleute haben den Hammer auch über den Kopf gehoben. Müller hält inne, dann zeigt er auf einen gut doppelt so schweren Steinhammer:"Anderswo erzählen die Ihnen, die Kohle sei mit diesem Teil abgebaut worden. Möchte sich jemand mal beim Über-Kopf-Heben versuchen...?"
   Da wird Geschichte begreifbar.
    


Rieseninteresse gab es an den Führungen durch den Dattelner Bunkerstollen.

Quelle: WAZ VEST Recklinghausen vom 10.09.2012